Dienstag, 10. März 2009

Raum und Zeit in der Realität

Lieber Michael, Sonntag 8. März 2009-03-09



Deine Überlegungen zu „Anfang und Ende“ fand ich sehr spannend zumal ich am Gymnasium einen Lehrer hatte, der uns einmal eine unendliche Reihe aus zufällig abhängigen Gliedern vorstellte und über eine notwendige Bedingung für die gesamte Reihe sprach. Ich möchte deshalb heute über die Realität unserer räumlichen und zeitlichen Grenzen bzw. über die Begriffsbildung der Realität etwas anmerken, das mich bisher sehr beschäftigt hat.

Unsere menschliche Wahrnehmung scheint aus den Sinneseindrücken, die in unserem Gehirn zu Bildern verarbeitet werden zu bestehen. Über Sinneseindrücke und ihre Verarbeitung sind wir an unsere Umwelt energetisch gekoppelt. Die Eindrücke führen zu verschiedenen Rückkopplungsmustern, die entweder passiv als Reflexe oder bewusst als Handlungen wahrgenommen werden. Von Interesse für das reale Raum- und Zeiterlebnis scheint mir die für die einzelnen Sinne(skanäle) bestehende, synchronisierte Frequenzweiche im menschlichen Gehirn zu sein, die sowohl für den Tastsinn, den Gehörsinn und den Sehsinn bei einer Frequenz von <> 20 Hz ein Kontinuum des entsprechenden Sinneseindrucks wahrgenommen wird nämlich ein Druck, ein Ton bzw. eine Farbe. Die Überlagerung dieser frequenzbedingten Eindrücke wird dann von unserem Gehirn als Bild wahrgenommen, das je nach Modulation (extern und aktiv intern) beweglich oder (nur aktiv intern) unbeweglich erscheint. Mit aktiv intern soll hier bedeuten dass die Sensoren bezüglich Richtung und Intensität des Sinneseindrucks in Rückkopplung steuerbar sind.

Mir scheint, dass das Erlebnis von energetischen Wechselwirkungen aus diesen Gründen von uns nur in einer raumzeitlichen Art und über die Trägheit der bewegten „wechselwirkenden“ Massen wahrgenommen werden kann. Darauf beruht nun unsere Wahrnehmung der Energie (Kraft) als Masse mal Moment.

In der klassischen (Newtonischen) Physik wurden die Begriffe von Materie und Energie noch sehr unabhängig voneinander betrachtet während sie heute nur gekoppelt als Wechselwirkung gesehen werden. Damit wird das klassische “Ding an sich“ als statisches Gefüge zum dynamischen System das mindestens aus zwei verschiedenen Objekten (wobei eines der Beobachter sein kann) die erst über ihre Wechselwirkung (Dynamik) beobachtet werden können.

Natürlich wirst Du fragen wozu solche Überlegungen notwendig sind?

Darauf will versuchen ich zwei Antworten zu geben:

1.) Unsere Wechselwirkung Sonne - Erde scheint durch die energiedissipativen (Energie verteilenden) Prozesse (ordnende Kreisprozesse) zur Strukturierung unseres Planeten und einer geordneten kontinuierlichen Absenkung der Energiepotentiale geführt zu haben. Das wichtigste energiedissipative Medium war dabei das Wasser, das durch raumzeitliche Absenkung der Energiedichte über die ganze Erdoberfläche die Temperatur verteilt und regelt und damit eine Vielfalt von Stoffkreisläufen als Kreisläufe und Lebensprozesse aufbaut. Dabei wird verdunstet, an anderen Orten wieder Niederschlag gebildet. Die Ladungen (Elektronen und Protonen) im Wasser werden an Grenzflächen getrennt, Stoffe werden aufgelöst und wieder ausgefällt. Gestein wird verwittert und die Oberflächenenergie erhöht. Wasser wird in lebenden Zellen gespalten. Es wird unter Bildung des Sauerstoffs in der Atmosphäre entweder als nicht „erneuerbare“ fossile Energiequelle im Boden festgelegt und stark Zeit verschoben wieder genutzt, oder von anderen Organismen veratmet bzw. als Nahrung verwendet. Dabei wurden Temperaturverteilungen, Atmosphärenzusammensetzung und Energetik unseres Planeten durch ständige energieaktive Kreisläufe vorrangig in der Biosphäre geregelt.

Die aktuellen Klimamodelle

2.) All dies steht im krassen ‚Gegensatz zu den aktuellen Klimamodellen.
Die Evolution von Lebensprozessen aus den bereits vorhandenen energiedissipativen Strukturen bzw. an den dynamischen Phasengrenzflächen zum Wasser mussten zwangsläufig unter dynamischen Bedingungen bei Absenkung der ursprünglichen Energiedichten und der Temperatur zu weiteren dynamischen stoffwechselnden Strukturen führen. In den Meeren bildeten sich anfänglich bereits in gekoppelten chemischen temperaturbedingten Gradienten chemoautotrophe Bakterien (diese gewinnen ihre Energie zum Aufbau von Biomasse aus oxidativen oder reduktiven Reaktionen). In einer ursprünglich reduzierenden Atmosphäre bestehend aus Kohledioxid und Methan entstanden in Gewässern autotrophe, photosynthetisierende Lebewesen die Wasser spalten konnten und wo der Wasserstoff im status nascendi CO2 zu Kohlehydratradikalen reduzieren konnte. Diese kurzlebigen Stoffe wurden am Entstehungsort später unter weiterer Energieabgabe zu Zucker, Stärke und Zellulose umgebildet. So wurde die CO2- Konzentration in der Atmosphäre bis zu 0,2-0,3% so weit abgesenkt bis CO2 zum begrenzenden Faktor für die weitere Steigerung der Produktionsprozesse wurde während Methan vorerst durch methanoxidierende Bakterien mittels Sauerstoff zur Bildung der eigenen Biomasse veratmet wurde. Mächtige biogene Ablagerungen in Form von Kohleflözen entstanden an Land. Mächtige biogene sedimentäre Kalkablagerungen entstanden in den Meeren. Die Zusammensetzung der Atmosphäre war also zu keinem Zeitpunkt von einem statischen chemischen Gleichgewicht geprägt sondern durch die sukzessive Evolution der energiedissipativen Lebensprozesse. Eine Abstrahlung von Energie an das Weltall sowie eine Rückstrahlung von langwelligem Licht an das Universum sind daher höchst spekulativ zumal auch die Eigenwärme der Erde sich seit der biogenen Atmosphärenbildung kaum mehr durch Abkühlung (Abstrahlung in das Weltall) veränderte. Diese Beobachtung lässt auch den Schluss zu dass eine kugelförmige Abstrahlung bei anisotroper materieller Umgebung eher eine Ausnahme als die Regel darstellt.

Während abhängig vom Abstand Quelle-Senke sich eine Abstrahlung zur Senken zeigt, scheint der fast leere Raum mit seiner unerheblichen Wärmekapazität kaum davon betroffen zu sein. Im Gegenteil scheint eher die Temperatur eines Strahlers bei Mangel an Senken in Rückkopplung an die Temperatur und den die Temperatur verursachenden Prozesses bis an die Grenzen der Stabilität anzusteigen. Die Messungen von elektromagnetischer Rückstrahlungen der Erde durch Sensoren unserer Satelliten sind kaum interpretierbar da Wechselwirkungen nur unter bilanzierbaren Quellen- und Senkenverhältnissen stattfinden können. Sensoren im Raum sind wenn kühler als die Quelle thermodynamische Senken und sind in Bezug auf ihre Eigenschaften wie auf die Wärmekapazität singuläre Artefakte im Universum. Feynmans elektrodynamische Theorie des Lichts (QED) benötigt als Senke materielle Elektronen und Protonen. Aus diesem Grund sollte auch die Albedo in ihrer Bedeutung für die energetische Strahlungbilanz überprüft werden.

Die Beschleunigung der Atmosphäre durch die aus energetischen Anlagen emittierte Wärme (im allgemeinen >50% der umgesetzten Energie stellt in Verbindung mit der Vernichtung der temperaturausgleichenden Verdunstung an den Blättern der Vegetation und der Taubildung, der Austrocknung der Böden und der Erdoberfläche durch massive Eingriffe in den Bodenwasserhaushalt (Bergbau, Siedlungswasserwirschaft, Landwirtschaft) verursachen eine Vernichtung der natürlichen Dämpfungsmechanismen. Diese führen zum Großteil zu den heutigen beobachteten Veränderungen des Klimas, zur Überwärmung der Meeresoberfläche und zum Abschmelzen von Gletschern.

Zur Reparatur des veränderten Klimas sind daher völlig andere Maßnahmen erforderlich, als eine Ächtung des Leben spendenden Kohlenstoff Metabolismus und einem Völker- verdummenden Zertifikathandel aufgebaut auf ökonomischen „wissenschaftlichen“ Überlegungen, die sich eben erst durch den Zusammenbruch des Finanzsystems selber falsifiziert haben und die möglicherweise zu einer Verbreitung der unsere Gesellschaften zunehmend bedrohenden Kernkraft mit den irreversiblen Prozessen einer Verseuchung durch radioaktiven Abfall führt.

Der Zustand der Klimawissenschaft

Es ist mir deshalb unbegreiflich, dass die energetische Rolle der dissipativen Wasser- Vegetations und Stoffprozesse, die als Kreisläufe eine stetige Energiefluß-Absenkung und ordnende Energetik der dissipativen Kreisläufe bei entsprechender Kühlung an den Phasengrenzflächen vorhalten vom IPCC geleugnet wird. Ferner ist mir unerklärlich wie die Wissenschaft soweit korrumpieren konnte, dass sie nicht einmal mehr die einfachsten Zusammenhänge zum Überleben und die Nachhaltigkeit der zunehmend globalen Gesellschaft bezüglich ihrer Gestaltung der Hardware (physisches System) und der Software (ökosoziales Ökonomiesystem) darstellen und steuern kann. Im Gegenteil die Ächtung der Klimaskeptiker und das Ablehnen einer breit geführten wissenschaftlichen Debatte scheint unsere heutige Wissenschaft in eine Krise zu führen, die wir historisch im Mittelalter und in Zeiten des Verfalls politischer Kultur zwar bereits erfahren haben. Diese politisch gesteuerten Großforschungseinrichtungen bedrohen mit kaum mehr überbietbarer numerischer Akrobatik, ihrer dogmatischen Einfalt und ihrer scientific correctness“ das globale Überleben und gefährden durch Steigerung der Irreversibilität unsere Zukunft. Die nichterneuerbaren Energien können einfach über die Treibstoffbesteuerung und Transportbesteuerung auch ohne Klimasimulationsmodelle beliebig geschont werden.

Lieber Michael, bitte bringe mich wieder auf bessere Gedanken für die nächste Zukunftspost oder lasse mich aus diesem wissenschaftlichen Albtraum erwachen. Nächstens werde ich dann etwas Zukunftsfähigeres diskutieren. Versprochen!

Beste Grüsse aus Berlin Dein Willy

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